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Wir beginnen den Rundgang an den Lennépassagen.
Seinen heutigen Namen erhielt der Lennépark
nach Peter Joseph Lenné (1789 – 1866), der in Brandenburg-
Preußen als königlicher Gartenbaumeister tätig war. Die
Frankfurter Stadtverwaltung beauftragte ihn 1835 mit der Gestaltung eines
Geländes, das sich am Westrand der ehemaligen Altstadt von Süden
nach Norden erstreckt. Schon 1818 hatten die ersten Planierungsarbeiten
für den Park begonnen: Teile des Stadtgrabens wurden zugeschüttet,
Stadtmauern abgetragen und Brücken gebaut. Lenné nahm die Reste
der ehemaligen Wallanlagen, der Stadtmauer und Gräben auf, um einen
Park im Stil der englischen Gärten zu gestalten. Der Stadtgraben verwandelte
sich in ein geschwungenes
Gewässer,
welches sich in kleinen Seen verliert. Mit einer Kaskade am Beginn
des Lennéfließes, mit Fontäne und Grotte, mit Schmeißerbrücke
und Schwanenbrücke, mit anmutigen Hangkanten und Berghöhen
entstand mitten in der Stadt auf dem langgezogenen Gelände eine
kleine Gebirgslandschaft.
Das „Schöpferdenkmal“ am nördlichen Aussichtspunkt
des Höhenweges erinnert an die Bürger, die sich in den zehn
Jahren der Bauzeit um den Park verdient gemacht haben.
Der Lennépark geht an seinem nördlichen Ausläufer
in den Topfmarkt über.
Die Lebuser Mauerstraße führt auf dem Grundriss der Stadtmauer
an einem ehemaligen Gaswerk und am Haupteingang der Konzerthalle
vorbei zum nördlichen Ende der |
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Oderpromenade, die einen Blick
in die nördliche Auenlandschaft der Oder ermöglicht. Die Oderpromenade
beginnt im Norden mit dem musikalischen Zentrum der Stadt (Untermarkt mit
Konzerthalle, Staatsorchester, Friedenskirche, Collegienhaus und Musikschule).
Sie führt unter der Oderbrücke hindurch zum kulturellen Zentrum
der Museen (Junge Kunst, Viadrina und Kleist Museum), das um den Holzmarkt
herum angesiedelt ist. Sie gelangt schließlich im Süden zum neuen
Hörsaalgebäude der Europa Universität Viadrina und auf die
Insel Ziegenwerder. Das Ufer verbindet diese drei Zentren zu Frankfurts
Kulturmeile am Wasser und erlaubt unterschiedliche Ansichten
auf die Frankfurter Innenstadt mit historischem Rathaus und Marienkirche.Der
Uferabschnitt war ursprünglich Gewerbezone und Umschlagplatz für
Waren.
Anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt 2003 entstand eine neu gestaltete
und begrünte
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Flaniermeile. Von hier
ist die Stadtansicht von Slubice zu sehen. Ein Abstecher über
die Brücke ins Nachbarland lohnt sich. Zu Fuß und mit Personalausweis
lässt sich die Grenze schnell passieren.
Auch das reizvolle Panorama des Oderstromes mit seinen weitläufigen
Auen, die mal bunt blühen, mal wasserüberflutet oder mal
eisbedeckt sind, ist eindrucksvoll. Über eine Holzbrücke
gelangen wir auf die Insel Ziegenwerder.
Der Name stammt aus einer Zeit, als die hier ansässigen Fischer
sich Ziegen als Haustiere hielten. Die einst aus zwei Teilen bestehende
Insel wuchs im Laufe der Jahrhunderte durch Aufschüttungen zusammen.
Nach dem 2. Weltkrieg landeten die Trümmer der zerstörten
Altstadt auf der Insel. |
Zur 750-Jahr-Feier Frankfurts wurde sie behutsam als Europagarten inszeniert.
Der westliche Teil ist hochwasserfrei, die Promenade dient als Deich und
Rückgrat der Insel. Hier sind Installationen aus Naturmateralien mit
den Bezeichnungen „Hanselinien“ und „Gärten im Fluss“
zu bestaunen. Die drei Hanselinien spielen mit den linearen Strukturen von
Flüssen, den alten und neuen Handelswegen, und widmen sich den Themen
Quelle, Lauf und Mündung. Sie durchbrechen als 60 Meter lange Bänder
das Dickicht des Waldes und sind eingefasst von Wandscheiben und Säulen
aus Gabionen, das sind mit Steinen gefüllte Drahtbehälter. Die
Gärten im Fluss gestalten mit den klassischen Mitteln der Gartenarchitektur
das Thema Flusslandschaft. Stege erschließen eine virtuelle, trocken
bleibende Wasserwelt aus Pflanzen, Sträuchern, Bäumen, Terrassen,
Steingärten und Sitzelementen. Die östliche, tiefer liegende Auenlandschaft
bleibt ebenso wie die beiden
Spitzen der
Insel weitgehend naturbelassen. Mit ihren frei geschwungenen, fließenden
Formen unterscheidet sie sich deutlich von den klassisch gestalteten
Bereichen. In den Sommermonaten ist hier mit Hochwasser zu rechnen.
Nach dem Verlassen der Insel Ziegenwerder über die südliche
Brücke wenden wir uns dem Anger,
einst eine vor den Toren der Stadt gelegene Wiese, zu. Wilhelm Hirsch,
Gartenarchitekt aus Wiesbaden, gewann 1923 den Wettbewerb zur Umgestaltung
des Platzes. Sein Entwurf orientierte sich an den strengen geometrischen
Figuren französischer Gärten. Die heutige Gestalt des Parks
richtet sich mit der Anordnung der Heckenelemente, dem kegelförmig
geschnittenen Immergrün und den kastenförmig geschnittenen
Linden nach diesem Entwurf. Schmuckstücke des Angers sind im
Süden der Staudengarten mit Pavillon, in der Mitte der Springbrunnen
und im Norden der Rosengarten. |
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Den nördlichen Abschluss bildet eine 1924 errichtete Wohnanlage für
höhere Beamte. Der sich anschließende Park
an der Kirche St. Gertraud war bis 1800 der Städtische
Friedhof und befand sich vor den Mauern der Stadt. Sehenswert sind das Denkmal
für Heinrich von Kleist (Skulptur von Prof. Elster, 1910), die Grabmäler
für den Offizier und Dichter Ewald Christian von Kleist (Obelisk von
Kambly, 1778) sowie für den Universitätsprofessor Daries (Grabmal
mit Urne von Schadow, 1796). Über den Zehmeplatz,
den Platz der Republik gelangen
wir wieder zu unserem Ausgangspunkt Lennépark, an dem unser Spaziergang
begann. |